"Der Sprung ins Wasser"
Die Badesaison beginnt am 2. April. Aber erstmal nur im Fellbacher StadtMuseum. Mit einem Sprung ins Wasser startet die neue Ausstellung von Elvira Günther. Die Stuttgarter Künstlerin hat dafür „Badende“ aus Ton erschaffen. Und die sehen verblüffend echt aus. Das liegt daran, dass sich die Künstlerin von realen Badegästen Inspiration geholt hat.
Bei ihren Schwimmbadbesuchen in Stammheim darf der Skizzenblock nicht fehlen. Häufig trifft man die Künstlerin am Vormittag dort an. Deshalb handelt es sich bei den meisten „Badenden“ um ältere Menschen. Aber: „Ich finde, ältere Gesichter drücken so viel aus“, meint Elvira Günther. Mit den „Badenden“ widmet sich die 56-Jährige dem Ort Schwimmbad als Mikrokosmos der Gesellschaft. Ein Ort, an dem verschiedene Generationen und Kulturen aufeinandertreffen. „Die Menschen legen ihre Kleidung ab und sind einfach, wie sie sind. Das ist ein besonderes Soziotop.“
Vor fünf Jahren hat sie mit ihren Skulpturen begonnen. Während der Pandemie konnte sie nicht mehr schwimmen gehen. Das Schwimmen und die Freiheit dabei fehlten ihr, weshalb hat sie sich eine Art Zauberwelt geschaffen. Alle Figuren sind Unikate, die sie aus schamottierter Tonmasse modelliert, mit Porzellanglasur überzieht und im Hochofen brennt.
In der Ausstellung, die bis zum 9. Juni zu sehen ist, finden die ausdrucksstarken „Badenden“ ihren Platz vor der Kulisse einer kleinen Fellbacher Badegeschichte mit dem einstigen Alten Freibad, dem ehemaligen Hallenbad und dem jetzigen Wohlfühlbad F3. Mit der Ausstellung will Elvira Günther wieder Begeisterung fürs Schwimmen wecken. Das Rahmenprogramm bietet Themenführungen, Kreativworkshops für Kinder sowie Musik und Sonntagscafés.